Hochzeitsbräuche: Kranzbinden
Braut beim Kranzbinden

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Kranzbinden: Hochzeitsbrauch aus Bremen! In diesem Blog will ich Euch hin und wieder in einem kurzen Beitrag Hochzeitsbräuche vorstellen, die ich besonders schön finde. In diesem Beitrag geht es um eine Tradition aus Bremen: das Kranzbinden.

Obwohl sich Kranzbinden in verschiedenen Regionen Deutschlands findet, wird der Hochzeitsbrauch besonders mit Bremen in Verbindung gebracht. Kranzbinden war dort ein bürgerlicher Brauch aus dem 19. Jahrhundert, der besonders vom wohlhabenden Bürgertum anstatt des Polterabends gefeiert wurde. 

Blumenkränze sind seitdem nicht aus der Mode gekommen und sind oft das besondere Highlight beim Outfit der Braut!

Falls Ihr eine besondere Verbindung zu Bremen habt oder eine Freundin mit einem alten und besonderen Hochzeitsbrauch überraschen wollt, ist ein Kranzbinden eine ganz besondere Hochzeitstradition, die Euch super auf die Hochzeit einstimmt! Hier gibt’s Tips, wie Ihr das Kranzbinden modern interprätieren könnt. 

Kranzbinden unterscheidet sich übrigens vom “Kränzen”, bei der die Nachbarschaft die Türe des werdenden Brautpaares schmückt. 

Ablauf des Kranzbindens

Die beste Freundin der Braut lud wenige Tage vor der Trauung die Braut und ihre Freundinnen, sowie den Bräutigam mit seinen Freunden ein.

Die Frauen trafen sich schon nachmittags zum Tee. Dabei flochten sie gemeinsam den Brautkranz. Jede der unverheirateten Frauen hatte eine besondere Aufgabe: Sie mussten in den Brautkranz  mindestens einen Myrtenzweig einflechten

Aus den übrig gebliebenen Zweigen fertigten die jungen Frauen einen zweiten, kleineren Kranz. Dieser zweite Kranz wurde, nachdem die Braut gekränzt war, unter den anwesenden Damen verlost: so wurde bestimmt, wer als nächstes Heiraten würde. 

Die Erwählte wurde Vizebraut oder Myrtebraut genannt.

Diese Verlosung hatte einen ganz besonderen Rahmen. Sie fand oft im Rahmen eines eigens verfassten Theaterstückes statt. Dazu kostümierten sich die Anwesenden oft aufwändig. Dieses Festspiel stellte den eigentlichen Höhepunkt des Festes dar.

Nach dem Festspiel folgen ein Abendessen und Tanz bis spät in die Nacht.

Das Festspiel beim Kranzbinden

Die aufgeführten Stücke waren in ihrem Stil dem Geschmack des damaligen Bürgertums entsprechend. Sie orientierten sich an klassisch-romantischen, feierlichen Szenen, die   oft an Vorbilder wie Shakespeares Sommernachtstraum angelehnt waren. 

Viele dieser Stücke sind erhalten, jedoch meist ohne Angabe zum Verfasser. 1855 wurde ein Sammelband (Das Kranzbinden) mit einer Auswahl solcher Dichtungen veröffentlicht.

Fotografie und Kranzbinden

Für mich als Fotografen besonders interessant: Im Nachgang zu fest bekamen alle Anwesenden als Erinnerung eine gedruckte Version des Stückes sowie Fotografien.

Diese Fotos bildeten die Darsteller des Theaterstücks in ihren phantasievollen Verkleidungen in ihren Posen ab. Sie wurden im Nachgang zum Fest oft im Studio eines Fotografen hergestellt.

Ich war super überrascht von diesen historischen After Wedding shootings, die ich bisher noch nicht kannte. Wenn Ihr das Fest und für euer Kranzbinden einen Fotografen sucht meldet Euch unbedingt bei mir, ich habe da richtig Lust drauf!

Kranzbinden Modern Interpretiert

Lagerfeuer mit freiunden beim Kranzbinden

Natürlich muss Euer Kranzbinden nicht so bürgerlich brav ablaufen wie damals. Es ist aber nach wie vor eine super phantasievolle Alternative zum Polterabend.

Ihr könnte es ganz ungezwungen im Freien feiern, Decken und Grills mitnehmen und einen wurdeschönen Nachmittag gemeinsam verbringen und phantasievolle Verkleidungen mitnehmen!

Statt Shakespeare könnt Ihr Szenen aus der gemeinsamen Geschichte des Brautpaares nachstellen. Gibt es eine Serie, Musik oder einen Film, der die beiden verbindet? Ihr könntet Szenen des Filmes aufführen! Eurer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Ich finde den Brauch jedenfalls super toll, weil er im Vorfeld der Trauung die Freundschaft feiert und für Euch und Eure Freunde Erinnerungen schafft, die nur für Euch sind. Lasst doch von mir ein paar Fotos davon machen;-)

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